Drahtversprödungs- und Wicklungsprüfung
Bei Bohrlochmesskabeln, die im Feld eingesetzt wurden, kann der Betreiber die Drahtversprödung mittels eines Umwicklungstests beurteilen. Die Zugfestigkeitsklassen der Drähte werden typischerweise wie folgt klassifiziert:
1870 MPa Standardqualität
2160 MPa Standardqualität
2350 MPa EHS (Extra Hoch)
2600 MPa EEHS (Extra Extra)
Kabel aus Drähten der Güteklassen 2350 MPa und 2600 MPa werden als EHS- (Extra High Strength) und EEHS-Kabel (Extra Extra High Strength) bezeichnet. Dies bedeutet, dass diese beiden Kabeltypen im Vergleich zu Kabeln mit gleichem Außendurchmesser eine höhere Bruchfestigkeit und sichere Betriebslast aufweisen.
Standard-Wrap-Test 1870 MPa / 2160 MPa
Dorndurchmesser = 1 × Drahtdurchmesser Beim Wickeltest werden Drähte fünfmal im Uhrzeigersinn und fünfmal gegen den Uhrzeigersinn um einen Dorn gewickelt, dessen Durchmesser dem Drahtdurchmesser entspricht. Ist der Draht in einwandfreiem Zustand, sollte er dabei nicht brechen.
Spezialisierter Wrap-Test (EHS/EEHS) 2350 MPa / 2600 MPa
Dorndurchmesser = 2 × Drahtdurchmesser EHS- und EEHS-Kabel sollten nicht dem Standard-Wickeltest unterzogen werden, da die in diesen Drähten verwendete spezielle Stahllegierung anfälliger für starke Biegebeanspruchung ist. Stattdessen sollte der Draht um einen Dorn mit dem doppelten Drahtdurchmesser gewickelt werden (Abb. 1), wobei in jeder Richtung fünf Wicklungen durchgeführt werden.

